{"id":4548,"date":"2012-12-21T01:33:08","date_gmt":"2012-12-21T01:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.transparent.com\/german\/?p=4548"},"modified":"2012-12-21T01:33:08","modified_gmt":"2012-12-21T01:33:08","slug":"german-christmas-tale-der-weihnachtsstern-pt-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.transparent.com\/german\/german-christmas-tale-der-weihnachtsstern-pt-1\/","title":{"rendered":"German Christmas tale: Der Weihnachtsstern (pt. 1)"},"content":{"rendered":"<p>It\u2019s only four days to Christmas and maybe some of you are full of Christmas stress. I\u2019d like to invite you to calm down a little bit by listening to a Christmas tale, of course, in German. The tale is about the star of Bethlehem and the idea what Christmas should really be: a time to be there for one another and help those who are not in a happy position.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"German Christmas tale Der Weihnachtsstern pt. 1\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/cdw2O9VUEC8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Weihnachtsstern<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Ottar ist so dumm&#8221;, sagten die andern Schulkinder. In jeder Schule muss es nat\u00fcrlich einen D\u00fcmmsten geben &#8211; hier war es Ottar. Er war ziemlich neu, ein kleiner Kerl aus der Stadt, den die Mutter in dieser vortrefflichen Gegend bei ebenso vortrefflichen Leuten untergebracht hatte, als sie krank wurde. Sie musste in ein Krankenhaus und konnte sich deshalb nicht um ihn k\u00fcmmern. Er hatte keinen Vater &#8211; das war durchgesickert.<\/p>\n<p>Die Lehrerin h\u00f6rte eines Tages in der Schule die \u00c4u\u00dferung, dass Ottar so dumm sei.<\/p>\n<p>Einige Sch\u00fcler der dritten Klasse standen in der Pause beisammen und waren viel, viel kl\u00fcger; fanden sie wenigstens.<\/p>\n<p>Da bekam die Lehrerin pl\u00f6tzlich die tiefe Furche zwischen den Augenbrauen, und hinter dem Kneifer blitzte es scharf. &#8220;Still, Kinder!&#8221; sagte sie. &#8220;Ich bin nicht sicher, ob nicht Ottar einer der Kl\u00fcgsten von euch allen ist. Er ist nur anders. Marsch, weiter! Nicht herumstehen und den neuen Kameraden verleumden!&#8221;<\/p>\n<p>Es war kurz vor dem Fest. \u00dcberall in den H\u00e4usern begann es nach Weihnachten zu riechen und zu schmecken, in allen Ecken wurde gefl\u00fcstert, Koffer und Schr\u00e4nke wurden abgeschlossen. Und alle Kinder waren ganz, ganz brav. Der Weihnachtsbaum war aus dem Wald geholt worden und stand duftend da, bis er zum strahlenden Mittelpunkt geschm\u00fcckt werden sollte.<\/p>\n<p>In der Schule erz\u00e4hlte die Lehrerin am letzten Tag vor den Weihnachtsferien von dem Kindlein, das in einem Stall geboren und in eine Krippe gelegt wurde, von den Hirten, die ihre Schafe h\u00fcteten und sahen, wie sich der stern\u00fcbers\u00e4te Himmel \u00f6ffnete. Engel erschienen und sangen. Sie erz\u00e4hlte auch von den drei weisen M\u00e4nnern aus dem Osten, die einen gro\u00dfen, gl\u00e4nzenden Stern erblickt hatten und ihm auf seiner Wanderung gefolgt waren, bis er \u00fcber dem niedrigen kleinen Stall in einem fremden Land stehengeblieben.<\/p>\n<p>Ottar verga\u00df ganz und gar, wo er war, denn als die Lehrerin die Erz\u00e4hlung beendet hatte, stand er auf und ging zu ihr hin, obwohl es mitten in der Unterrichtsstunde war. Sie trug an einer goldenen Kette um den Hals ein kleines Goldkreuz, an dem er zu fingern begann und fragte: &#8220;Bist du sicher, dass das alles wahr ist?&#8221; &#8211; &#8220;Ja, nat\u00fcrlich.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Das mit dem Stern auch? Da haben sie wohl in der Nacht wandern und am Tage schlafen m\u00fcssen?&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Ja, wahrscheinlich.&#8221;<\/p>\n<p>Die andern fingen zu kichern an, denn es war nicht gebr\u00e4uchlich, sich in dieser Gegend so zu benehmen. Sie pflegten in der Schule stillzusitzen und keine unn\u00f6tigen Fragen zu stellen oder gar am Goldkreuz der Lehrerin zu fingern. Sie fand aber, dass er es tun konnte, denn sie untersagte das Kichern, w\u00e4hrend Ottar auf seinen Platz zur\u00fcckging &#8211; verlegen und err\u00f6tend. In Langset schm\u00fcckte der Vater selbst den Christbaum, er war schon eine endlose Zeit allein im Zimmer drinnen, w\u00e4hrend die Mutter sich mit dem Weihnachtsmahl besch\u00e4ftigte und alle Kinder die Ohren spitzten und warteten.<\/p>\n<p>&#8220;Du kriegst auch etwas&#8221;, sagten sie zu Ottar. &#8220;Hab nur keine Angst.&#8221; Ottar l\u00e4chelte; sie waren heute so lieb &#8211; er aber wartete auf etwas ganz Bestimmtes. Er wartete auf einen Brief von seiner Mutter, denn seit dem letzten war es schon lange her. Und in dem Brief w\u00fcrde sicher stehen, dass sie viel wohler war und bald nach Hause kommen durfte. Sie musste ihm doch zu Weihnachten schreiben, dessen war er ganz sicher. Der Brief w\u00fcrde bald kommen. Er hatte gar nichts dagegen, nach einem oder ein paar Armvoll Holz hinausgeschickt zu werden, denn dabei konnte er nach dem Postboten Ausschau halten.<\/p>\n<p>Der Brief war aber schon gestern gekommen; Ottar wusste es nur nicht. Er kam nicht von der Mutter selbst, nein. Und nun hatten sich Leute in Langset dahin geeinigt, dass es Zeit genug sei, wenn der Junge nach dem Fest von dem Brief erf\u00fchre. Dann allerdings m\u00fcsste es anders werden, denn Ottars Mutter hatte f\u00fcr den Jungen nur bis Weihnachten bezahlt. Und es war wohl kaum anzunehmen, dass sie etwas hinterlie\u00df, womit die weitere Bezahlung erfolgen konnte. Jetzt sollte er aber die Weihnachtstage bei ihnen feiern &#8211; sie waren ja keine Unmenschen.<\/p>\n<p>So allein er auch da drau\u00dfen mit seinem Holz in der D\u00e4mmerung \u00fcber den Hof ging &#8211; in Wirklichkeit war er noch viel einsamer, als er wusste. Denn im Krankenhaus war seine Mutter kurz vor Weihnachten gestorben.<\/p>\n<p>Viel Holz trug er nicht auf einmal herein, aber die Arme waren vollbeladen, und der Schnee biss in die blaugefrorenen Finger, die das Holz umklammerten. Er musste bestimmt die Handschuhe anziehen. Als er am Fenster vorbeiging, sah er den Weihnachtsbaum, um den der Vater besch\u00e4ftigt war; er hielt feine Glaskugeln und gute Kuchenm\u00e4nner in den H\u00e4nden &#8211; es war bestimmt unerlaubt, ihm zuzusehen, weshalb Ottar gewissenhaft den Blick abwandte.<\/p>\n<p>Da &#8211; pl\u00f6tzlich sah er den Stern. Droben zwischen den Wolken kam ein gro\u00dfer goldener Stern am blassblauen Himmel dahergesegelt. Ottar ging es wie ein Sto\u00df durch den ganzen K\u00f6rper. Er blieb still stehen und umklammerte die Holzscheite; das Herz klopfte, dass es ihm beinahe die Kehle zuschn\u00fcrte. Konnte es wirklich wahr sein, konnte das&#8230;? Jetzt war er hinter den Wolken verschwunden, aber im n\u00e4chsten Augenblick war er wie durch einen Schleier wieder sichtbar; langsam glitt er dort oben seine Bahn entlang. Das konnte nichts anderes sein als der Weihnachtsstern! Der Stern der Weisen, der damals im Osten entz\u00fcndet worden war und \u00fcber das Himmelszelt wanderte. Da war er wieder&#8221; Denn die gew\u00f6hnlichen Sterne standen doch still. Au\u00dfer wenn manchmal einer als Sternschnuppe herunterfiel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>It\u2019s only four days to Christmas and maybe some of you are full of Christmas stress. I\u2019d like to invite you to calm down a little bit by listening to a Christmas tale, of course, in German. 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