{"id":4554,"date":"2012-12-29T14:59:35","date_gmt":"2012-12-29T14:59:35","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.transparent.com\/german\/?p=4554"},"modified":"2012-12-29T14:59:35","modified_gmt":"2012-12-29T14:59:35","slug":"german-christmas-tale-der-weihnachtsstern-pt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.transparent.com\/german\/german-christmas-tale-der-weihnachtsstern-pt-2\/","title":{"rendered":"German Christmas tale: Der Weihnachtsstern, pt. 2"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Reading German Der Weihnachtsstern 2\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ayoae9z1mt8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Ottar sich dar\u00fcber klar war, dass es der Stern der Weisen sein musste, den er sah, wurde er so aufgeregt, dass er das Holz einfach fallen lie\u00df, durch die Hoft\u00fcr hinauslief und die Richtung einschlug, die der Stern wies.<\/p>\n<p>Er versuchte, den Kopf so weit wie m\u00f6glich in den Nacken zu legen und den Stern nicht aus den Augen zu lassen, w\u00e4hrend er lief. Er stolperte aber \u00fcber die hohe Schneekante des Weges, fiel hin und stand wieder auf. Er musste sich damit begn\u00fcgen, nur dann und wann hinaufzuschauen. Zwischen den H\u00f6fen lagen gro\u00dfe Abst\u00e4nde, und der Weg lag wie ausgestorben da. Auf jedem Hof war es still, denn hinter den Fensterscheiben hatte man die Lichter der Weihnacht bereits angez\u00fcndet. Drinnen waren alle zum Fest versammelt, alle, die zusammengeh\u00f6rten, Vater, Mutter und die Kinder. Sie hielten einander an den H\u00e4nden und sangen und taten alles, um an diesem Abend recht lieb zueinander zu sein. Nur Ottar stapfte in der D\u00e4mmerung auf dem Weg dahin. Er dachte aber gar nicht daran, dass er zu bedauern war, auch daran nicht, dass man ihn in Langset vielleicht suchte, dass es immer dunkler wurde und dass er f\u00fcr einen weiten Marsch nicht angezogen war. Sogar der Brief, auf den er gewartet hatte, war jetzt aus seinen Gedanken verschwunden. Ihn erf\u00fcllte bis aufs \u00e4u\u00dferste ein gro\u00dfes, unbekanntes Gl\u00fccksgef\u00fchl: Der Stern der Weisen war noch einmal entz\u00fcndet worden &#8211; f\u00fcr ihn! Wo wollte er mit ihm hin? F\u00fchrte er ihn zur Mutter oder vielleicht wieder zu einem Stall mit einem Kind in der Krippe &#8211; was wusste er? Klopfenden Herzens eilte er dem Wunder entgegen.<\/p>\n<p>Ottar war ziemlich weit gelaufen, als er warm und atemlos wurde und immer langsamer vorankam. Er war in eine unbekannte Gegend gekommen, ja in ein anderes Land. Es wurde jetzt kalt, merkte er, denn er begann zu frieren, und seine Z\u00e4hne klapperten; hungrig war er auch, f\u00fchlte er pl\u00f6tzlich. Der Stern aber wanderte dort oben ruhig von S\u00fcden nach Norden, er sah ihn manchmal. Aber nie wollte er sich senken oder \u00fcber einem Haus oder einer H\u00fctte am Weg stehenbleiben. Ottar steckte die H\u00e4nde in die Taschen und ging weiter. Der Wind trieb ihm den Schnee ins Gesicht, so dass er den Kopf senken musste. Er hob den Blick nicht mehr so oft zum Stern empor, aber er wusste, dass er dort oben war.<\/p>\n<p>Inzwischen war es ganz dunkel geworden. Die Tannen l\u00e4ngs des Weges waren gleichsam in dichteren Reihen aufmarschiert. Er merkte jetzt, dass er tiefen Wald zu beiden Seiten haben musste. W\u00e4re der Stern nicht gewesen, w\u00fcrde er sicher Angst bekommen haben. Er hob den Kopf, um sich seines Begleiters zu vergewissern &#8211; da blieb er wie gebannt stehen. Da war nicht nur ein Stern, sondern ein ganzer Haufen! Droben zwischen den Wolken zog jetzt eine ganze Schar desselben Weges.<\/p>\n<p>Mit einem Male gingen ihm die Augen auf, und er erkannte den unbarmherzigen Zusammenhang:<\/p>\n<p>Die Wolken waren gewandert &#8211; die Sterne aber standen still. Auch der Weihnachtsstern stand still, er war nur klarer und gr\u00f6\u00dfer als die anderen und zitterte ein wenig, als ob er fr\u00f6re. Dass er sich so t\u00e4uschen konnte! Es war ja jetzt ganz deutlich! Etwas in ihm zerbrach, die Spannung lie\u00df nach, das Wunder war nur ein Trug. Brennend hei\u00df um die Ohren, obwohl es ihn gleichzeitig vor K\u00e4lte sch\u00fcttelte, stand er allein in dem schwarzen Wald. Ottar ist dumm, Ottar ist dumm! Er ging im Takt mit diesen Worten, w\u00e4hrend er den Weg fortsetzte. Umkehren und heimgehen konnte er nicht, denn dann h\u00e4tte er erkl\u00e4ren m\u00fcssen, und das konnte er nicht. Und doch lag Ottar eine halbe Stunde sp\u00e4ter in einem warmen Bett und erz\u00e4hlte einem Mann und einer Frau, die bei ihm sa\u00dfen, wie alles gekommen war.<\/p>\n<p>Das war so zugegangen: Nils und Oline hatten sich eben an den Weihnachtstisch gesetzt, als es leise und vorsichtig an der T\u00fcr pochte. Es h\u00e4tte ein Vogel sein k\u00f6nnen, der mit seinem Schnabel pickte. Ihr kleiner Hof lag wohl am Weg &#8211; aber wer konnte am Heiligen Abend so sp\u00e4t noch unterwegs sein? Sie erschraken nicht wenig, als der Kleine hereinkam, ein ersch\u00f6pftes Wesen aus der Dunkelheit und K\u00e4lte da drau\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8220;Verzeiht &#8211; ich bin wohl fehlgegangen&#8221;, stammelte er verwirrt. Hier war es so sch\u00f6n warm und behaglich, es roch so gut nach Braten, die zwei am Tisch sahen so gutm\u00fctig aus, und in einer Ecke des Zimmers stand ein kleiner Weihnachtsbaum mit Lichtern. Das konnte wohl nicht stimmen.<\/p>\n<p>Dann zeigte es sich, dass es doch stimmte. Die zwei alten Leute hatten alles, was zum Weihnachtsfest geh\u00f6rte, au\u00dfer einem kleinen Ottar. Und da stand er nun bei ihnen im Zimmer, hungrig wie ein Wolf, um mit dem guten Weihnachtsessen bei ihnen ges\u00e4ttigt zu werden, durchgefroren, um durch die W\u00e4rme bei ihnen aufgetaut zu werden, und gerade so todm\u00fcde, dass er gleich zu Bett gebracht werden musste. Sie fragten ihn vorsichtig aus, w\u00e4hrend sie sich um ihn bem\u00fchten und ihn allm\u00e4hlich warm bekamen. Was er ihnen erz\u00e4hlte, ber\u00fchrte ihre Herzen ganz wunderlich. Was er nicht erz\u00e4hlte, errieten sie. Ein Kind, das in der Welt so einsam war, dass es am Weihnachtsabend allein in den Wald ging, war zu ihnen gekommen.<\/p>\n<p>Am Tag darauf kam ein Bote aus Langset. Der Vater war es selbst. Es war ein gro\u00dfer Aufstand gewesen, als Ottar verschwunden war und sie nur die Holzscheite auf dem Hof fanden. Der Weihnachtsabend war auf dem Hof ganz ins Wasser gefallen, nur des fremden Jungen wegen. Die ganze Umgebung war aufgeschreckt worden, aber erst heute war man so weit nach Norden gekommen, bis zu Nils und Oline. Und jetzt sollte der Ausrei\u00dfer wieder mit nach Langset &#8211; bis auf weiteres wenigstens.<\/p>\n<p>&#8220;Nein&#8221;, sagte Ottar bestimmt. Es entfuhr ihm &#8211; bang sah er von einem zum anderen. Dann verkroch er sich wie eine erschreckte Katze unter dem Bett. Es gab keine Schl\u00e4ge. Der Vater ging allein nach Hause.<\/p>\n<p>Nils begleitete ihn in den Gang hinaus, und man h\u00f6rte, dass sie miteinander etwas besprachen. Es ist schwer zu sagen, wer zufriedener war, der, der ging, oder die, die zur\u00fcckgeblieben.&#8221; Hierauf m\u00fcssen wir uns einen Herzensst\u00e4rker zu Gem\u00fcte f\u00fchren&#8221;; meine Mutter Oline und holte die Kaffeekanne und einen gro\u00dfen Teller mit Weihnachtskuchen. Dann setzte sie sich freundlich und beh\u00e4big an den Tisch und goss ein. Vater Nils, lang und knochig, kam herbei und lie\u00df sich auf der Bank nieder; man merkte, dass er ein wahrer Freund von Kaffee und Weihnachtskuchen war.<\/p>\n<p>Ottar hatte bereit seinen festen Platz neben ihm. Er hielt ein t\u00fcchtiges St\u00fcck Kuchen in der Hand, verga\u00df aber hineinzubei\u00dfen &#8211; sein Blick wurde immer ferner.<\/p>\n<p>&#8220;Du musst essen, mein Junge, damit du gro\u00df wirst und deine Beine bis auf den Boden reichen wie die meinen&#8221;, sagte Nils.<\/p>\n<p>Da schaute Ottar ihn an, als w\u00e4re er pl\u00f6tzlich aus dem Schlummer geweckt worden. &#8220;Ich m\u00f6chte nur eins wissen.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Na, was denn?&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Ob es nicht doch der Weihnachtsstern war!&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Ottar sich dar\u00fcber klar war, dass es der Stern der Weisen sein musste, den er sah, wurde er so aufgeregt, dass er das Holz einfach fallen lie\u00df, durch die Hoft\u00fcr hinauslief und die Richtung einschlug, die der Stern wies. 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